Eine regennasse Tankstelle im Herbst bei trübem Wetter und nebliger Stimmung.

Spritpreise im Herbst richtig vergleichen und sparen

Wer beim Tanken sparen will, sollte nicht nur den niedrigsten Literpreis suchen. Entscheidend ist, ob der Preisvorteil die zusätzliche Strecke, den Zeitaufwand und den Verbrauch für die Anfahrt tatsächlich ausgleicht. Der ADAC stellt laufende Informationen und Auswertungen zu Kraftstoffpreisen in Deutschland bereit; konkrete Tagespreise können sich jedoch im Tagesverlauf und zwischen Tankstellen ändern.

Warum sich der günstigste Literpreis nicht immer lohnt

Kraftstoffpreise unterscheiden sich je nach Ort, Tankstelle und Zeitpunkt. Ein kleiner Preisunterschied kann attraktiv wirken, wird aber schnell durch einen Umweg aufgezehrt. Für einen fairen Vergleich gehört deshalb die gesamte Fahrt zur Tankstelle in die Rechnung.

Eine einfache Näherung lautet:

Zusatzkosten der Anfahrt = zusätzliche Kilometer × Verbrauch je Kilometer × Kraftstoffpreis

Beispiel: Verbraucht ein Auto 6 Liter auf 100 Kilometer, benötigt es für 10 zusätzliche Kilometer etwa 0,6 Liter. Bei einem angenommenen Preis von 1,80 Euro je Liter kostet dieser Umweg rund 1,08 Euro. Wer 50 Liter tankt, müsste dadurch mehr als zwei Cent je Liter sparen, damit sich allein die Anfahrt rechnerisch ausgleicht. Verschleiß und Zeit sind dabei noch nicht berücksichtigt.

Der tatsächliche Vorteil hängt vom Fahrzeug, der Verkehrslage und der Länge des Umwegs ab. Ein Tankstopp auf einer ohnehin geplanten Strecke ist daher meist sinnvoller als eine separate Fahrt zu einer weiter entfernten Tankstelle.

So vergleichen Autofahrer Tankstellen in ihrer Region

Für aktuelle Werte sollten Autofahrer die laufenden ADAC-Kraftstoffpreisangaben prüfen und anschließend mehrere Tankstellen entlang ihrer üblichen Wege vergleichen. Dabei helfen drei Fragen:

  • Wie groß ist der Preisunterschied je Liter?
  • Wie viele zusätzliche Kilometer verursacht der Tankstopp?
  • Wird ohnehin eine Fahrt in diese Richtung unternommen?

Ein Preisvergleich ist besonders aussagekräftig, wenn dieselbe Kraftstoffsorte und eine ähnliche Tankfüllung betrachtet werden. Benzin, Diesel und Super E10 dürfen nicht miteinander verglichen werden, ohne die Eignung des Fahrzeugs und den jeweiligen Literpreis zu berücksichtigen.

Tankfüllung und Kilometerkosten gemeinsam berechnen

Für die Haushaltsplanung reicht der Literpreis allein nicht aus. Die Kosten einer Tankfüllung ergeben sich aus der getankten Menge und dem Preis pro Liter. Die Kilometerkosten lassen sich näherungsweise so berechnen:

Kilometerkosten = Verbrauch in Litern je 100 Kilometer × Kraftstoffpreis ÷ 100

Spritpreise im Herbst richtig vergleichen und sparen

Bei 6 Litern Verbrauch und 1,80 Euro je Liter ergeben sich 10,8 Cent pro Kilometer. Steigt der Verbrauch durch Kurzstrecken, Staus oder eine schwere Beladung, erhöht sich dieser Wert auch dann, wenn der Literpreis unverändert bleibt.

Wer regelmäßig tankt, kann die Rechnung mit den eigenen Werten führen: Tankmenge, gefahrene Kilometer und gezahlter Gesamtbetrag. Dadurch wird sichtbar, ob ein vermeintlich günstiger Tankstopp tatsächlich die monatlichen Fahrkosten senkt.

Reifendruck und Fahrstil beeinflussen die Rechnung

Ein zu niedriger Reifendruck kann den Rollwiderstand erhöhen und damit den Verbrauch steigern. Der vom Fahrzeughersteller empfohlene Druck sollte deshalb regelmäßig und möglichst bei kalten Reifen geprüft werden. Maßgeblich sind die Angaben am Fahrzeug oder in der Betriebsanleitung.

Auch der Fahrstil wirkt sich auf die Kosten aus. Häufiges starkes Beschleunigen, hohe Geschwindigkeiten, unnötiges Leerlaufenlassen des Motors und eine Dachlast erhöhen den Verbrauch. Vorausschauendes Fahren, gleichmäßiges Beschleunigen und das Entfernen nicht benötigter Ladung können die Kilometerkosten senken, ohne dass dafür eine andere Tankstelle angefahren werden muss.

Passt Super E10 zum eigenen Fahrzeug?

Super E10 kann eine Alternative zu Superbenzin sein, ist aber nicht für jedes Fahrzeug freigegeben. Vor dem Tanken müssen Autofahrer die Herstellerangaben, die Betriebsanleitung oder die Kennzeichnung am Tankdeckel prüfen. Eine Freigabe darf nicht einfach aus dem Baujahr oder dem Modellnamen abgeleitet werden.

Ist E10 zugelassen, sollte der Preisvorteil mit dem möglichen Mehrverbrauch und der persönlichen Fahrleistung betrachtet werden. Ist die Kraftstoffsorte nicht freigegeben oder besteht Unsicherheit, bleibt der passende Kraftstoff die sichere Wahl.

Die praktische Entscheidungsregel für den Herbst

Der günstigste Tankstopp ist meist der, der einen niedrigen Preis mit einer ohnehin geplanten Fahrt verbindet. Für die Entscheidung reicht diese Reihenfolge:

  1. Passende Kraftstoffsorte und Fahrzeugfreigabe prüfen.
  2. Aktuelle Preise beim ADAC und in der eigenen Region vergleichen.
  3. Preisvorteil für die komplette Tankfüllung berechnen.
  4. Zusatzkilometer und voraussichtlichen Verbrauch der Anfahrt abziehen.
  5. Reifendruck, Fahrstil und Beladung als weitere Kostenfaktoren berücksichtigen.

Die aktuellen Werte können sich jederzeit ändern. Vor dem nächsten Tankstopp ist daher die laufende ADAC-Kraftstoffpreisseite der sinnvollste Kontrollpunkt; zusätzlich sollte geprüft werden, ob die ausgewählte Tankstelle auf der geplanten Strecke liegt.

Quelle: ADAC

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