Der 3. Oktober 1990 ist das Datum der staatlichen Wiedervereinigung Deutschlands. An diesem Tag trat die Deutsche Demokratische Republik der Bundesrepublik Deutschland bei. Deshalb ist der 3. Oktober der Tag der Deutschen Einheit und ein gesetzlicher Feiertag. Der Fall der Berliner Mauer am 9. November 1989 machte die Einheit möglich, vollzog sie aber noch nicht.
Wer die Daten auseinanderhalten möchte, kann sich an drei Schritten orientieren: Im November 1989 öffnete sich die Grenze, im Sommer 1990 wurde der Beitritt vereinbart, und am 3. Oktober 1990 wurde er wirksam. Der Deutsche Bundestag dokumentiert den Weg zur Einheit und den 3. Oktober als Datum der staatlichen Vereinigung.
Von der Maueröffnung zur staatlichen Einheit
- 9. November 1989: Nach einer überraschenden Ankündigung zu neuen Reiseregeln öffnen sich die Grenzübergänge in Berlin. Menschen aus Ost und West können die Mauer passieren. Die DDR und die Bundesrepublik bestehen weiterhin als zwei Staaten.
- 18. März 1990: Bei der ersten freien Volkskammerwahl in der DDR stimmen die Bürgerinnen und Bürger über die politische Richtung ihres Landes ab. Das Wahlergebnis gibt dem Weg zu einer raschen Einheit starken Rückhalt.
- 23. August 1990: Die Volkskammer beschließt den Beitritt der DDR zum Geltungsbereich des Grundgesetzes mit Wirkung zum 3. Oktober. Damit steht das Datum für den staatlichen Zusammenschluss fest.
- 31. August 1990: Vertreter beider deutscher Staaten unterzeichnen den Einigungsvertrag. Er regelt wesentliche rechtliche Folgen des Beitritts und bestimmt den 3. Oktober zum Tag der Deutschen Einheit.
- 3. Oktober 1990: Der Beitritt wird wirksam. Deutschland ist wieder ein Staat; der Tag der Deutschen Einheit wird als gesetzlicher Feiertag begangen.
Die Zeitleiste zeigt, warum „Mauerfall“ und „Wiedervereinigung“ im Gespräch oft zusammengehören, aber unterschiedliche Ereignisse bezeichnen. Zwischen der geöffneten Grenze und der staatlichen Einheit lagen Wahlen, politische Beschlüsse und Verträge. Für eine genaue Datumsangabe ist entscheidend, welcher dieser Schritte gemeint ist.
Was am 9. November geschah – und was noch offen war
Die Bilder von Menschen auf der Berliner Mauer stehen wie kaum andere für das Ende der deutschen Teilung. Am 9. November 1989 fiel eine Grenze, die Familien, Freundschaften und Lebenswege jahrzehntelang getrennt hatte. Der Tag war ein Wendepunkt, auch wenn die Mauer nicht überall in derselben Nacht abgetragen wurde.
Die Grenzöffnung vereinigte jedoch keine staatlichen Institutionen. Die DDR hatte weiterhin eine Regierung, eine Volkskammer und eigene Gesetze. Auch die Frage, auf welchem politischen und rechtlichen Weg ein gemeinsamer Staat entstehen sollte, war noch zu klären. Deshalb ist „Mauerfall“ die richtige Bezeichnung für den Einschnitt im November 1989, während „Wiedervereinigung“ den später vollzogenen staatlichen Zusammenschluss bezeichnet.
Wer etwa für die Schule eine kurze Antwort braucht, kann es so formulieren: Am 9. November 1989 wurde die Berliner Mauer geöffnet. Am 3. Oktober 1990 wurde die deutsche Einheit staatlich vollzogen. Die beiden Daten liegen knapp elf Monate auseinander und markieren Anfang und Abschluss verschiedener Phasen desselben historischen Prozesses.
Warum der Feiertag auf den 3. Oktober fällt
Der 3. Oktober wurde gewählt, weil an diesem Tag der Beitritt der DDR zur Bundesrepublik wirksam wurde. Der Einigungsvertrag legt das Datum als Tag der Deutschen Einheit fest. Der Feiertag erinnert damit an einen klar bestimmbaren staatlichen Schritt: Aus zwei deutschen Staaten wurde wieder ein Staat.

Der 9. November hätte wegen der Maueröffnung ebenfalls nahegelegen. Er trägt jedoch noch eine andere, schwerwiegende historische Bedeutung: Am 9. November 1938 verübten die Nationalsozialisten die Novemberpogrome gegen Jüdinnen und Juden. Wer über die Wahl des Nationalfeiertags spricht, sollte diesen Zusammenhang nicht auslassen. Die Freude über die Maueröffnung und das Gedenken an die Opfer der Pogrome gehören beide zur deutschen Geschichte dieses Datums.
Vor der Wiedervereinigung gab es in der Bundesrepublik bereits einen Tag der deutschen Einheit. Er wurde am 17. Juni begangen und erinnerte an den Volksaufstand in der DDR von 1953. Seit 1990 steht der 3. Oktober für die erreichte staatliche Einheit. Der Wechsel des Datums spiegelt somit einen historischen Unterschied: Der frühere Feiertag erinnerte an den Wunsch nach Freiheit und Einheit unter den Bedingungen der Teilung; der heutige an deren staatliche Verwirklichung.
Was „Wiedervereinigung“ rechtlich bedeutet
Im allgemeinen Sprachgebrauch heißt das Ereignis Deutsche Wiedervereinigung. Der konkrete rechtliche Weg war der Beitritt der DDR zum Geltungsbereich des Grundgesetzes. Die Bundesrepublik bestand fort und umfasste fortan auch das Gebiet der bisherigen DDR. Diese Unterscheidung erklärt, warum in historischen Darstellungen sowohl vom „Beitritt“ als auch von der „Wiedervereinigung“ die Rede ist.
Die Regelungen des Einigungsvertrags betrafen zahlreiche Fragen des Übergangs. Dazu gehörte, wie staatliche Zuständigkeiten, Gesetze und Einrichtungen nach dem Beitritt behandelt werden sollten. Die Einheit war daher mehr als ein symbolischer Moment um Mitternacht: Sie änderte die staatliche Ordnung und hatte konkrete Folgen für das Leben der Menschen in Ost und West.
Wer den Nationalfeiertag historisch einordnen will, sollte als Nächstes den 3. Oktober 1990 im Blick behalten: An diesem Datum wurde der zuvor beschlossene und vertraglich geregelte Beitritt wirksam. Genau dieser Schritt unterscheidet den Tag der Deutschen Einheit vom Mauerfall am 9. November 1989.
Von der Redaktion Tierscherzgebiet.
Quelle: Deutscher Bundestag
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Quellenprüfung Historischer Hintergrund
Die Einordnung unterscheidet die Maueröffnung vom staatlichen Beitritt der DDR am 3. Oktober 1990.
- Der 9. November 1989 bezeichnet die Öffnung der Berliner Mauer.
- Der Einigungsvertrag bestimmt den 3. Oktober zum Tag der Deutschen Einheit.
- Der Beitritt der DDR wurde am 3. Oktober 1990 wirksam.
- Quelle
- Deutscher Bundestag
- Umfang
- Deutschland
- Aktualisiert
- 2026-09-23 09:38
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