Illustration: Eine Website wird auf einem Smartphone im Ständer neben einem Laptop geprüft.

Ein Konto, mehrere Unternehmen: Welcher Agent braucht welches Wissen?

Ein Inhaber kann mehrere Unternehmen über dieselbe Oberfläche organisieren. Für die Arbeit der KI-Agenten bleibt entscheidend, zu welchem Betrieb eine Information gehört und für welche Aufgabe ein Agent sie verwenden darf. Ein litauisches Unternehmensbeispiel hilft, diese Grenzen greifbar zu machen: vom öffentlichen Produktwissen über einzelne Kundenanliegen bis zum Zugriff auf betriebliche Werkzeuge.

Ein Geschenkgeschäft und ein Inhaltsportal können demselben Menschen gehören und über dasselbe Produkt sprechen. Trotzdem braucht ein Agent für einen Ratgeber andere Informationen als ein Agent, der ein konkretes Kundenanliegen bearbeitet. Gemeinsame Eigentümerschaft ist deshalb kein ausreichender Grund, sämtliche Unterlagen in jeden Auftrag einzubeziehen. Die Zuordnung muss dem jeweiligen Betrieb und der tatsächlichen Aufgabe folgen.

Kristin Zapasnik, Gründer von Verslomatika und Spezialist für KI-Integration und Geschäftsprozessautomatisierung, beschreibt einen eigenen Koordinator je Unternehmen sowie vorbereitete Fachagenten mit Wissen und Werkzeugen. In seinem Konto wählt er den Betrieb aus und spricht mit dessen Koordinator. Der Mensch setzt Plan und Prioritäten; der Koordinator verteilt Aufgaben. Für die Organisation mehrerer Betriebe wird damit eine Frage zentral: Welche Informationen gehören in welchen Auftrag?

Die Auswahl des Unternehmens muss im Auftrag erhalten bleiben

Wer zwischen Betrieben wechselt, sollte vor einem neuen Auftrag erkennen können, welcher Unternehmenskontext gerade gilt. Dafür braucht es in einem geplanten Ablauf eine eindeutige Zuordnung von Aufgabe, verantwortlichem Koordinator und erlaubten Informationsquellen. Auch eine Weitergabe an einen Spezialisten sollte diese Zuordnung mitführen. Sonst kann die richtige Frage mit Wissen aus dem falschen Betrieb beantwortet werden.

Ein allgemeiner Gesprächsverlauf ist dafür kein verlässlicher Ersatz. Dass zuvor über ein anderes Projekt gesprochen wurde, macht dessen Angaben für den nächsten Auftrag nicht automatisch relevant. Eine sinnvolle Prüfung fragt daher nach jedem Wechsel: Welcher Betrieb ist ausgewählt, welches Ergebnis wird verlangt und welche Quellen tragen es? Die Antworten sollten auch für den nächsten Bearbeiter verständlich bleiben.

Illustration: Ein Arbeitsplatz mit getrennten Programmfenstern für verschiedene Unternehmensprojekte.
Mehrere Unternehmensprojekte an einem Arbeitsplatz organisieren. Symbolbild.

Dasselbe Produkt bedeutet nicht denselben Informationsbedarf

Das Geschäft Memory Casting bietet physische Handabguss-Sets an, mit denen Paare und Familien gemeinsam Handskulpturen anfertigen können. Topdovanos ist dagegen ein Geschenkideen- und Inhaltsportal. Beide gehören demselben Inhaber wie Verslomatika. Die Projekte können bestätigte öffentliche Produktangaben gemeinsam verwenden, wenn diese für die jeweilige Aufgabe passen. Informationen zu einem einzelnen Kundenanliegen erfüllen einen anderen Zweck.

Das verdeutlicht der litauischsprachige Weihnachtsratgeber zu Handabguss-Sets auf Topdovanos. Er vergleicht Paar- und Familiensets, zeigt Videos und erklärt Vorbereitung und Anwendung. Für eine redaktionelle Aufgabe sind solche Produktinformationen relevant. Eine Frage zu einer einzelnen Bestellung würde dagegen die passenden Vorgangsdaten benötigen. Der Informationsbedarf lässt sich also nach dem Zweck unterscheiden, auch wenn beide Aufgaben dasselbe Produkt betreffen.

Zugriff vom konkreten Arbeitsschritt aus begründen

Bei Verslomatika für integrierte Geschäftsprozessautomatisierung führen die Fachagenten ihre Aufgaben nach der Beschreibung des Inhabers innerhalb ihrer Integrationen und Zugriffsrechte aus. Kristianas berichtet unter anderem von Lieferantenrecherche, Kunden-E-Mails, Werbung, Programmierung und Websitepflege. Diese Tätigkeiten brauchen unterschiedliche Informationen. Ein Zugang, der für eine Aufgabe hilfreich ist, lässt sich nicht allein deshalb für sämtliche anderen Aufgaben begründen.

Für einen eigenen Betrieb bietet sich eine Zuordnung pro Arbeitsschritt an. Wer nur einen öffentlichen Produktvergleich vorbereitet, braucht dessen bestätigte Angaben. Wer eine technische Änderung prüft, benötigt die dafür relevanten technischen Unterlagen. Ob ein Agent Informationen lesen, einen Entwurf vorbereiten oder eine Handlung auslösen darf, sollte jeweils eigens festgelegt werden. Als Planungsregel gilt: so viel Wissen und Handlungsspielraum bereitstellen, wie die konkrete Aufgabe benötigt.

  • Unternehmen: Zu welchem Betrieb gehört dieser Auftrag?
  • Zweck: Welches konkrete Ergebnis soll der Agent liefern?
  • Wissen: Welche Informationen braucht er dafür tatsächlich?
  • Zugriff: Welche lesende oder ausführende Handlung ist erforderlich und erlaubt?
  • Ausnahme: Wer entscheidet, wenn zusätzliche Informationen oder Rechte nötig erscheinen?
Illustration: Eine Person prüft Quellcode und Tests auf einem Computerbildschirm.
Softwareänderungen anhand von Code und Tests prüfen. Symbolbild.

Ein Test muss auch die falsche Zuordnung prüfen

Ein klar gekennzeichneter Test könnte dem Inhaltsportal eine Frage zu einem erfundenen individuellen Bestellvorgang vorlegen. Erwartet würde, dass der Agent seine fehlende Zuständigkeit oder Datengrundlage erkennt und die Frage passend weitergibt. Eine erfundene Statusauskunft wäre selbst dann falsch, wenn das erwähnte Produkt zum gemeinsamen Unternehmensumfeld gehört.

Ein zweiter Test kann auf einen bewussten Unternehmenswechsel folgen. Der Prüfer stellt eine normale, zum neu ausgewählten Betrieb passende Frage und kontrolliert, ob alte Vorgangsangaben unberechtigt in die Antwort geraten. Dafür eignen sich erfundene Testdaten. Entscheidend ist das beobachtete Ergebnis: Nutzt der Agent die passenden Quellen, benennt er Grenzen und bleibt die Übergabe einem konkreten Betrieb zugeordnet? Die Antworten sollten zusammen mit dem ausgewählten Betrieb und der vorgesehenen Aufgabe festgehalten werden.

Illustration: Eine Person notiert Prioritäten in einem Notizbuch neben einem Arbeitscomputer.
Prioritäten für die weitere Arbeit schriftlich festhalten. Symbolbild.

Die Übersicht zeigt erlaubte Verbindungen und offene Grenzen

Eine einfache Übersicht kann je Betrieb die Aufgaben, Informationsquellen, Werkzeuge und verantwortlichen Personen festhalten. Beabsichtigte Verbindungen werden ausdrücklich erklärt, etwa die Nutzung bestätigter Produktinformationen für einen Ratgeber. Wo eine Verbindung nicht gebraucht wird, sollte sie auch nicht beiläufig als Voraussetzung des Auftrags behandelt werden. So lässt sich nachvollziehen, weshalb ein Agent eine bestimmte Information erhält.

Für den Inhaber entsteht daraus eine praktische Kontrollfrage: Kann er für jede Aufgabe erklären, warum genau dieser Agent genau diese Daten und Handlungsmöglichkeiten benötigt? Bleibt die Antwort unklar, sollte der Umfang vor der weiteren Ausführung präzisiert werden. Die gemeinsame Oberfläche kann die Organisation mehrerer Betriebe erleichtern. Die Zuordnung von Aufgaben, Wissen und Rechten muss dabei für jeden Betrieb nachvollziehbar bleiben.

Quellen und Kontext

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