Historischer Bahnhof Stuttgart-Möhringen mit traditioneller gelber Holzfassade und modernen Bahngleisen im Vordergrund.

„Fragt uns doch mal!“ in Stuttgart: Elf Stationen bis 6. September

Ein „Verschwörungsgenerator“ legt offen, wie antisemitische Verschwörungserzählungen funktionieren. Er gehört zu elf Stationen, mit denen die Ausstellungsintervention „Fragt uns doch mal! Jüdische Perspektiven auf Antisemitismus“ Objekte und Geschichten im Haus der Geschichte hinterfragt, ergänzt und kommentiert.

Die Ausstellung ist vom 8. Februar bis einschließlich 6. September 2026 im Haus der Geschichte in Stuttgart zu sehen. Der Eintritt ist im Ticket für die Dauerausstellung enthalten. Das Angebot richtet sich insbesondere an Menschen, die nachvollziehen möchten, wie jüdische Menschen Antisemitismus im heutigen Deutschland erleben und vor welchen Fragen Museen beim Umgang mit antisemitischen Bildern stehen.

Elf Eingriffe verändern den Blick auf die Dauerausstellung

„Fragt uns doch mal!“ bildet keinen getrennten Ausstellungsbereich, sondern ist in die Dauerausstellung „Landesgeschichte(n)“ eingebunden. An elf bestehenden Stationen treffen historische Objekte und museale Erzählungen auf Fakten, Einsprüche und Wünsche aus jüdischen Perspektiven. Besucherinnen und Besucher begegnen der Intervention dadurch direkt innerhalb ihres Rundgangs durch die Dauerausstellung.

Im Mittelpunkt stehen konkrete und schwierige Fragen: Kann oder muss ein Museum antisemitische Bilder zeigen? Besteht dabei die Gefahr, hasserfüllte Vorurteile zu verfestigen? Warum besteht Antisemitismus weiterhin, wie erleben junge Jüdinnen und Juden ihre Gegenwart in Deutschland und was lässt sich gegen Judenfeindlichkeit tun? Die Intervention gibt diesen Fragen Raum, indem sie vorhandene Darstellungen kommentiert und um Perspektiven ergänzt, die in der musealen Erzählung sonst fehlen können.

„Fragt uns doch mal!“ in Stuttgart: Elf Stationen bis 6. September

„Verschwörungsgenerator“ und Videos als Schwerpunkte

Der „Verschwörungsgenerator“ zeigt anhand seiner Funktionsweise, wie antisemitische Verschwörungserzählungen entstehen. Damit setzt die Station nicht allein beim Ergebnis solcher Erzählungen an, sondern lenkt den Blick auf deren Mechanismen.

Einen persönlichen Zugang eröffnen Videos, in denen jüdische Menschen von ihren Hoffnungen, Ängsten und Enttäuschungen erzählen. Diese Aussagen stehen neben der Auseinandersetzung mit antisemitischen Bildern und Erzählmustern. Der Rundgang verbindet damit die kritische Betrachtung musealer Objekte mit gegenwärtigen jüdischen Erfahrungen.

Entwickelt wurde die Intervention von einem Projektteam des Hauses der Geschichte gemeinsam mit Community-Kuratorinnen und -Kuratoren. Unterstützt wurde die Arbeit durch ein Expertinnen- und Expertenboard aus den Bereichen Forschung, Bildung, Beratung und antisemitismuskritische Vermittlung.

„Fragt uns doch mal!“ in Stuttgart: Elf Stationen bis 6. September

Was vor dem Besuch noch zu prüfen ist

Nach Angaben des Stuttgarter Tourismus-Veranstaltungskalenders läuft „Fragt uns doch mal!“ bis zum 6. September 2026; ein gesondertes Entgelt für die Intervention fällt laut Eintrag nicht an, weil sie im Dauerausstellungsticket enthalten ist.

Der Veranstaltungseintrag nennt keine konkreten Uhrzeiten und enthält keine Angaben zur Buchung, zur genauen Anschrift, zur Anreise oder zur Barrierefreiheit. Wer den Rundgang plant, sollte diese organisatorischen Punkte deshalb vorab direkt beim Haus der Geschichte prüfen.

Quelle: Stuttgart Tourismus Veranstaltungskalender

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