Vom 4. Juli bis 1. November 2026 richtet die Ausstellung „Mahlzeit! Serving Gender“ im Museum Gunzenhauser in Chemnitz den Blick auf Essen, Fürsorge und Geschlechterrollen. Nach Angaben der Kunstsammlungen Chemnitz richtet sie sich besonders an Menschen, die sich für feministische Kunst, gesellschaftliche Rollenbilder und die Kulturgeschichte des Essens interessieren. Angaben zu Eintrittspreis, Buchung, Anreise und Barrierefreiheit enthält die vorliegende Ausstellungsseite nicht.
Die Schau bildet den zweiten Teil der dreiteiligen Reihe „Mahlzeit!“, mit der das Museum 2026 Essen in der Kunst untersucht. Während der erste Teil Lebensmittel als Konsum- und Kulturgüter behandelte, fragt „Serving Gender“, wer Nahrung zubereitet, wer andere versorgt und wie weiblich gelesene Körper mit Erwartungen an Fürsorge, Appetit und Selbstkontrolle verbunden werden.
Vom Apfel bis zur unbezahlten Fürsorgearbeit
Ausgangspunkt sind Werke aus dem Bestand der Kunstsammlungen Chemnitz, ergänzt durch Leihgaben zeitgenössischer Kunst. Die Ausstellung spannt ihren zeitlichen Bogen vom 17. Jahrhundert über feministische Positionen der 1970er-Jahre bis in die Gegenwart.
Dabei wird Essen nicht allein als biologisches Bedürfnis betrachtet. Im Mittelpunkt stehen gesellschaftliche Strukturen, die sich am Esstisch, in der Küche und in Bildern vom Ernähren zeigen: Wer übernimmt die Arbeit? Welche Fürsorge wird von Frauen erwartet? Wer darf sichtbar Appetit haben? Und weshalb ist professionelle Spitzenküche trotz der traditionell weiblich zugeschriebenen Versorgungsarbeit häufig männlich geprägt?

Die Motive reichen von Evas Apfel als Erzählung weiblicher Verantwortung über Muttermilch als Sinnbild biologischer und sozial erwarteter Fürsorge bis zu Normen, Ritualen und Rollenbildern rund um den weiblichen Körper. Damit macht die Schau auch jene Arbeit sichtbar, die Frauen in Familien und Gemeinschaften rund um Nahrung vielfach unbezahlt leisten.
Kunst aus vier Jahrhunderten und mehreren Medien
Zu sehen sind Textilkunst, Malerei, Druckgrafik, Fotografie und Videoarbeiten. Eine zentrale historische Position ist Martha Roslers Videoarbeit „Semiotics of the Kitchen“ aus dem Umfeld feministischer Kunst der 1970er-Jahre.
Zeitgenössische Beiträge stammen unter anderem von Sophia Süßmilch, Ivonne Thein, Henriette Grahnert, Julia Kissina, Eliane Diur und Fern Liberty Kallenbach Campbell. Die Arbeiten verbinden Essen mit Körperbildern, sozialer Arbeit und kulturellen Erwartungen. Auch der Jugendrat des Museums bringt eigene Perspektiven und Impulse in die Ausstellung ein.

„Serving Gender“ steht zwischen den beiden anderen Teilen der Reihe: „Feinkunsthalle“ war vom 7. März bis 14. Juni zu sehen. Ab 27. November folgt „Zu Tisch“, eine Ausstellung über gemeinschaftliches Essen, Feste, Rituale und die Frage, wie Esskultur entsteht.
Führungen, Lesung, Drag-Performance und Workshop
Das Begleitprogramm bietet mehrere Wege, die Themen der Ausstellung zu vertiefen. Eine Kombiführung durch „Serving Gender“ und „WIN/WIN“ ist für den 15. August um 14.30 Uhr angekündigt. Am 20. August um 19 Uhr liest Alida Bohnen aus „Der Teller“ von Annabelle Hirsch; öffentliche Führungen folgen unter anderem am 22. August um 14.30 Uhr und am 23. August um 16 Uhr.
Am 27. August beginnt um 18.30 Uhr das „Blind Art Date: Serving Gender – Queer Edition“. Eine Kuratorinnenführung mit Pauline Tigges ist am 4. September um 16.30 Uhr vorgesehen. Am 11. September um 16 Uhr führen Drag Queen Dani California und Drag King Smoky Addamz unter dem Titel „Gut angerichtet?“ durch die Ausstellung.
Für den 10. Oktober um 14 Uhr ist der Workshop „Zines als kreative Praxis“ mit Julia Koschler angesetzt. Eine weitere Kuratorinnenführung folgt am 24. Oktober um 16 Uhr. Der Showtalk „Titten Thesen Temperamente“ mit Gabi Reinhardt beginnt am 29. Oktober um 19 Uhr; die Ausstellung selbst bleibt anschließend noch bis zum 1. November im Museum Gunzenhauser geöffnet.
Quelle: Kunstsammlungen Chemnitz – Ausstellungen
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Quellenprüfung Quellennachweis
Zeitraum, Veranstaltungsort, Ausstellungsschwerpunkte und Begleitprogramm wurden anhand der veröffentlichten Angaben der Kunstsammlungen Chemnitz zusammengestellt.
- Ausstellungszeitraum vom 4. Juli bis 1. November 2026 abgeglichen
- Museum Gunzenhauser als Veranstaltungsort bestätigt
- Genannte Kunstschaffende und Medien mit der Ausstellungsbeschreibung abgeglichen
- Ausgewählte Termine des Begleitprogramms anhand der Terminliste geprüft
- Quelle
- Kunstsammlungen Chemnitz – Ausstellungen
- Umfang
- Chemnitz
- Aktualisiert
- 2026-08-14 08:46
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