Wer Benzin oder Diesel sparen möchte, kann im Alltag oft ohne Fahrzeugwechsel ansetzen: Reifendruck prüfen, unnötige Last entfernen, Kurzstrecken vermeiden und vorausschauend fahren. Vor der nächsten Tankfahrt lohnt sich außerdem ein Preisvergleich über die Markttransparenzstelle für Kraftstoffe der Bundesnetzagentur. So lassen sich sowohl der Verbrauch als auch die tatsächlichen Kosten pro 100 Kilometer besser einschätzen.
Reifendruck und Fahrzeuggewicht zuerst prüfen
Ein zu niedriger Reifendruck erhöht den Rollwiderstand. Der Motor muss dann mehr Energie aufbringen, um das Fahrzeug in Bewegung zu halten. Wie groß der Effekt ausfällt, hängt unter anderem vom Fahrzeug, den Reifen und der Abweichung vom empfohlenen Druck ab. Maßgeblich sind die Angaben des Fahrzeugherstellers, meist an der Tankklappe, an der B-Säule oder in der Betriebsanleitung.
Der Reifendruck sollte möglichst bei kalten Reifen kontrolliert werden. Nach längeren Fahrten erwärmt sich die Luft im Reifen, wodurch der Messwert vorübergehend höher ausfallen kann. Für ein voll beladenes Fahrzeug kann der Hersteller einen abweichenden Druck empfehlen.
Auch unnötige Gegenstände im Kofferraum erhöhen das Gewicht. Getränkekisten, Werkzeug oder Sportausrüstung, die dauerhaft mitfahren, steigern den Energiebedarf bei jedem Beschleunigen. Ein Dachträger oder eine Dachbox sollte nach dem Einsatz entfernt werden, weil der zusätzliche Luftwiderstand auch bei leerem Träger den Verbrauch erhöhen kann.
Kurzstrecken kosten besonders viel Energie
Auf kurzen Wegen erreicht der Motor häufig nicht seine normale Betriebstemperatur. In der Startphase arbeiten Motor, Öl und Abgasreinigung weniger effizient. Gleichzeitig wird Energie für Heizung, Scheibenentfroster und andere elektrische Verbraucher benötigt. Mehrere kurze Fahrten hintereinander können deshalb ungünstiger sein als eine zusammengefasste Fahrt.
Für kurze Wege kommen, wenn es die Situation erlaubt, das Fahrrad, öffentliche Verkehrsmittel oder ein Fußweg infrage. Wer auf das Auto angewiesen ist, kann Erledigungen bündeln und unnötige Kaltstarts vermeiden. Das spart nicht bei jeder einzelnen Fahrt gleich viel, kann sich über viele Fahrten im Monat aber bemerkbar machen.
Ein kalter Motor sollte nicht lange im Stand warmlaufen. Schonendes Losfahren mit moderater Drehzahl bringt ihn in der Regel schneller auf Betriebstemperatur. Die konkrete Bedienung hängt vom Fahrzeug und vom Antrieb ab; Hinweise in der Betriebsanleitung haben Vorrang.
Vorausschauend fahren statt häufig stark bremsen
Ständiges Beschleunigen und anschließendes scharfes Bremsen verbraucht mehr Energie als ein gleichmäßiger Fahrstil. Wer frühzeitig erkennt, dass eine Ampel rot ist, der Verkehr stockt oder eine Kurve folgt, kann das Gaspedal rechtzeitig lösen und Geschwindigkeit kontrolliert abbauen.
Das bedeutet nicht, den Verkehr zu behindern oder Sicherheitsabstände zu verkürzen. Ausreichender Abstand schafft Zeit zum Reagieren und verhindert unnötige Brems- und Beschleunigungsvorgänge. An Steigungen sollte nicht in letzter Sekunde stark beschleunigt werden; ein gleichmäßiges Tempo ist meist günstiger.
Bei Fahrzeugen mit Schaltgetriebe kann frühes Hochschalten bei niedriger, aber nicht ruckelnder Drehzahl helfen. Automatikgetriebe wählen den passenden Gang meist selbst. Die Anzeige für den optimalen Schaltzeitpunkt ist eine Orientierung, aber kein Ersatz für sichere und passende Fahrweise.
Geschwindigkeit und Klimaanlage beeinflussen den Verbrauch
Mit steigender Geschwindigkeit wächst der Luftwiderstand deutlich. Auf Autobahnen kann daher eine moderate Geschwindigkeit den Verbrauch stärker beeinflussen als kleine Änderungen beim Beschleunigen. Wer gleichmäßig fährt und unnötige Tempoänderungen vermeidet, reduziert zusätzlich die Energieverluste.

Eine pauschale ideale Geschwindigkeit gibt es nicht. Verkehr, Wetter, Strecke, Fahrzeugtyp und gesetzliche Vorgaben spielen eine Rolle. Sicherheit und die geltenden Geschwindigkeitsbegrenzungen stehen immer an erster Stelle.
Die Klimaanlage benötigt Energie, besonders bei großer Hitze und starkem Temperaturunterschied zwischen Innenraum und Außenluft. Bei niedriger Geschwindigkeit kann kurzes Lüften vor dem Fahrtbeginn helfen, die aufgeheizte Luft abzuführen. Während der Fahrt sollten Fenster und Klimaanlage so genutzt werden, dass Komfort, Sicht und Sicherheit erhalten bleiben. Bei höherem Tempo können geöffnete Fenster den Luftwiderstand deutlich erhöhen.
| Maßnahme | Typischer Einfluss auf den Verbrauch | Wichtiger Hinweis |
|---|---|---|
| Reifendruck kontrollieren | Weniger Rollwiderstand bei korrektem Druck | Herstellerangaben beachten |
| Dachträger entfernen | Weniger Luftwiderstand | Nicht nur die Dachbox, auch leere Träger prüfen |
| Kurzstrecken bündeln | Weniger Kaltstarts | Nicht jede Fahrt lässt sich ersetzen |
| Vorausschauend fahren | Weniger unnötiges Bremsen und Beschleunigen | Sicherheitsabstand einhalten |
| Geschwindigkeit reduzieren | Weniger Luftwiderstand | Verkehrsregeln und Verkehrslage beachten |
| Klimaanlage bewusst einsetzen | Weniger Zusatzlast für den Motor | Sicht und Sicherheit dürfen nicht leiden |
Verbrauch pro 100 Kilometer selbst berechnen
Der eigene Verbrauch lässt sich mit einer einfachen Rechnung überprüfen:
Verbrauch pro 100 Kilometer = getankte Liter ÷ gefahrene Kilometer × 100
Wer beispielsweise 39 Liter tankt und damit 600 Kilometer gefahren ist, kommt auf 6,5 Liter pro 100 Kilometer. Für die Kosten wird dieser Wert mit dem tatsächlich bezahlten Literpreis multipliziert. Bei 1,80 Euro pro Liter wären das 11,70 Euro je 100 Kilometer.
Am zuverlässigsten ist die Messung über mehrere Tankfüllungen. Kilometerstand und getankte Liter sollten notiert werden, idealerweise immer unter ähnlichen Bedingungen. Einzelne Fahrten können durch Stau, Kälte, Gegenwind, Beladung oder eine andere Strecke deutlich vom Durchschnitt abweichen.
Wer Benzin- und Dieselpreise vergleicht, sollte nicht nur auf den niedrigsten Literpreis achten. Entscheidend sind auch Umweg, Wartezeit und der zusätzliche Verbrauch durch die Fahrt zur Tankstelle. Die Markttransparenzstelle für Kraftstoffe veröffentlicht Informationen zur Preistransparenz bei Kraftstoffpreisen. Sie kann als Datengrundlage dienen, um Kraftstoffpreise zu vergleichen.
Die nächste Fahrt mit einer kurzen Checkliste vorbereiten
Vor dem Losfahren helfen wenige Handgriffe:
- aktuellen Reifendruck prüfen, besonders vor einer längeren Fahrt;
- unnötige Last und Dachaufbauten entfernen;
- kurze Erledigungen möglichst bündeln;
- Strecke, Verkehr und Pausen so planen, dass hektisches Beschleunigen vermieden wird;
- Klimaanlage und Fenster passend zu Geschwindigkeit und Wetter einsetzen;
- Kilometerstand, Tankmenge und Preis notieren.
Der beste nächste Vergleich ist der zwischen zwei ähnlichen Fahrten: gleiche Strecke, ähnliche Beladung und möglichst vergleichbares Wetter. So lässt sich erkennen, ob eine Änderung beim Fahrstil tatsächlich den eigenen Verbrauch senkt. Vor dem nächsten Tanken sollte zusätzlich der aktuelle Preis in der Markttransparenzstelle der Bundesnetzagentur geprüft werden.
Quelle: Bundesnetzagentur
Kontext und Aktionen Über diesen Artikel
Quellenprüfung So wurden die Kosten eingeordnet
Die Spartipps beruhen auf nachvollziehbaren Alltagsmaßnahmen; aktuelle Kraftstoffpreise sollten vor dem Tanken separat verglichen werden.
- Reifendruck nach Herstellerangaben prüfen
- Verbrauch über mehrere Tankfüllungen berechnen
- Literpreise vor dem Tanken vergleichen
- Umweg und Zusatzverbrauch bei der Tankstellensuche berücksichtigen
- Quelle
- Markttransparenzstelle für Kraftstoffe der Bundesnetzagentur
- Umfang
- Deutschland
- Aktualisiert
- 2026-09-23 07:47
Quellenprüfung
Melden Sie ein Vertrauensproblem
Senden Sie ein klares Signal an die Community-Moderation, wenn die Quelle, die Fakten oder der Kontext überprüft werden müssen.
Kommentare